Begriffe aus der Welt der Druckluft
Druckluftlexikon - K
Kondensat - Luftfeuchte
Das Kondensat ist eine milchig weiße Emulsion aus fein verteiltem Öl in Wasser und bei mineralischem Öl sehr stabil, entmischt sich also kaum (Ausnahme Anderol 500). Das Öl stammt dabei aus der Kopf- bzw. Oberschmierung, das Wasser aus der Feuchtigkeit der angesaugten Luft. Dieser Feuchtigkeitsgehalt ist nur abhängig von der Temperatur; warme Luft kann viel Feuchte enthalten, kalte Luft weniger. Enthält z.B. bei einer Temperatur von 30°C ein Kubikmeter Luft 30,4 g Wasser, so ist sie gesättigt, d.h. die Luftfeuchte beträgt 100%. Enthält die gleiche Menge Luft nur 15.2 g, also die Hälfte, beträgt die relative Luftfeuchte 50%.
Wird das Luftvolumen mit 100% relativer Feuchte abgekühlt, kondensiert Wasser, der Taupunkt wird unterschritten, denn kältere Luft kann weniger Wasserdampf halten als warme Luft. Bei der Kompression kann ja kein Wasserdampf entweichen. Weil das Volumen stark verkleinert wird, steigt die relative Luftfeuchte stark an, obwohl auch die Temperatur ansteigt. All die Feuchte (Wasserdampf), die über 100% in der Luft enthalten ist, fällt als Kondenswasser (= Kondensat) aus.
Der Feuchtegehalt der vom Kompressor kommenden Druckluft ist nicht vom Feuchtegehalt der angesaugten Luft abhängig, da auch bei trockener Luft nach der 2. Stufe immer 100% Feuchte vorhanden ist. Lediglich der Kondensatanfall ist bei feuchter Luft größer.
Für die Trennung des Kondensats von der Luft gibt es verschiedene Methoden:
- Luft und Kondensat werden durch einen metallischem Sinterfilter geleitet, dort schlägt sich das Kondensat nieder.
- Luft und Kondensat werden durch ein Wirbelblech in Rotation versetzt. Das schwerere Kondensat wird nach außen gegen die Filterwand geschleudert und läuft daran hinunter.
- Luft und Kondensat werden mittels einer Düse gegen die Wandung des Filters geblasen, dort findet die Trennung statt.
Bei der Verdichtung von Luft fällt im Kompressor durch Zwischen- und Nachkühlung Konsensat an. Art des Kondensats: Wasser-Ölgemisch = Emulsion.
In den Abscheidern zwischen den Stufen und nach der Enddruckstufe wird sämtliches Kondesat in Tropfenform zuverlässig ausgeschieden.
Bei einwandfreier Wartung des Kompressors hat das Kondensat eine milchweiße Färbing.
Das Kondensat muß regelmäßig abgelassen werden (von ausschlaggebender Bedeutung für die Qualität der Atemluft), je nach Luftfeuchte und Temperatur alle 10 bis 20 Minuten. Bei größeren Anlagen ist auch der Einsatz eines automatischen Kondensatablasses (siehe » Kondensatablaßautomatik) möglich, der über ein Zeitrelais gesteuert in regelmäßigen Abständen die Ablaßhähne über Magnetventile öffnet.
Wird das Ablassen des Kondensats vergessen, kann es, wenn das entsprechende Sammelgefäß zu voll ist, in die nächste Kompressionsstufe mitgerissen werden. Da sich Flüssigkeit, im Gegensatz zu Luft nicht komprimieren läßt, kann es zu Wasserschlägen und sogar zur Zerstörung des Kompressors kommen. Einen Wasserschlag gibt es auch, wenn beim Betrieb des Kompressors an Bord eines Schiffes der Ansaugschlauch ins Wasser fällt.
Das ist die mit Sicherheit schnellste und gründlichste Art, einen Kompressor zu zerstören!
Ist der Kompressor in Ordnung, so ist der Anteil vom Öl im Kondensat äußerst gering. Zudem wird es durch die feine Verteilung im Wasser und der damit verbundenen großen Oberfläche durch Bakterien sehr schnell abgebaut. Trotzdem darf es nicht einfach in die Umgebung geschüttet werden.
Der beste Weg ist, das Kondensat in eine mit saugfähigem Material gefüllte flachen Schale zu schütten und den Wasseranteil verdunsten zu lassen. Das ölgetränkte Material kann dann wie Öllappen an der Tankstelle entsorgt werden.
Eine Einrichtung, die nach diesem Prinzip arbeitet, hat BAUER KOMPRESSOREN für die kleinen und gängigsten Kompressoren entwickelt. Die Filterröllchen liegen dabei im Kühlluftstrom, wobei der Wasseranteil schnell verdunstet ("Clean-Air-System").
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