News 2008
München, 27. Juni 2008
Hochdruckluft unterstützt die Suche nach Erdöl- und Erdgasvorkommen
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| Ansicht einer Bohrinsel |
Aufgrund des weltweit zunehmenden Erdgas-und Erdölverbrauchs versuchen die
einschlägigen internationalen Erdölgesellschaften ständig, weitere Energieressourcen
auf unserem Planeten zu erschließen und auszubeuten. Dabei
unterstützt die Hochdruckluft das seismische Verfahren, die Erdkruste mittels
Schallwellen zu erforschen und grafisch abzubilden.
Die BAUER KOMPRESSOREN GmbH in München und ihr englisches
Tochterunternehmen BAUER KOMPRESSOREN UK LIMITED, im Folgenden
BAUER UK genannt, liefern als kompetente Spezialisten auf dem Hochdrucksektor,
maßgeschneiderte Anlagen für seismische Anwendungen an international arbeitende
Erdölservicegesellschaften.
Was ist Seismik?
Die Methode gehört zur angewandten Geophysik und beruht auf der Ausbreitung
seismischer Wellen im Untergrund.
Die von einer seismischen Quelle (wie zum Beispiel Luftpulser,Vibrator etc.)
ausgehenden Wellen breiten sich durch die Erde aus. An Schichtgrenzen, also dort
wo verschiedene Materialien mit unterschiedlichen elastischen Parametern
aufeinanderliegen, werden Anteile der Wellen reflektiert und laufen dann an die
Oberfläche zurück. An der Oberfläche befindliche Geophone oder Hydrophone
(Seeseismik) empfangen die reflektierten Wellen; eine Registriereinheit
(Seismograph) zeichnet die Signale der Geophone auf und speichert sie. Die
Auswertung dieser seismischen Daten ergibt dann ein Tiefenmodell. Aus
Seismogrammen (graphische Darstellungen der Messergebnisse) oder aus daraus
abgeleiteten Modellrechnungen werden dann Aussagen über die
Untergrundstrukturen getroffen.
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| Arbeitsplatz Messstelle |
Tiefenmodell |
Generell unterscheidet man zwischen:
Landseismik
Als Anregung dienen beispielsweise Knallpatronen, Fallgewichte oder Druckluft.
Geophone zeichen die Signale auf.
Seeseismik
Für den Schiffseinsatz auf Gewässern kommen so genannte Airguns (Luftpulser
arbeiten mit 140 bar Hd-Luft) zum Erzeugen von Schallwellen zur Anwendung.
Diese sind in Reihe, 3 bis 5 m unter Wasser, achtern am Messschiff angeordnet.
Die Messung erfolgt durch Hunderte von Hydrophonen, die in einem mit Öl
gefüllten, bis zu 2000 m langen Schlauch (Streamer) eingebaut sind. Der
Streamer ist am Heck des Vermessungsschiffes befestigt.

Anordnung der Luftpulser(airguns) sowie Streamer(Schlauch) mit integrierten Hydrophones
Warum kommt Seismik zur Anwendung?
Die Suche nach Erdgas- und Erdöllagerstätten ist mit außerordentlich hohen Kosten
und wirtschaftlichen Risiken verbunden. Daher kommt es darauf an, die Gebiete
einzugrenzen, in denen gute Erfolgschancen für das Auffinden von Lagerstätten
bestehen. Aufgrund dessen werden geophysikalische Untersuchungen durchgeführt,
die der eigentlichen Bohrtätigkeit vorausgehen. Mit der 3D-Seismik zum Beispiel, die
in den letzten 15 bis 20 Jahren entwickelt wurde, ist es möglich, den Aufbau des
Untergrundes bis in Tiefen von 5000 m mit einer vorher nicht erreichbaren
Genauigkeit dreidimensional zu erkunden. Ob eine messtechnisch gefundene
Lagerstätte auch tatsächlich wirtschaftlich ausbeutbar ist, lässt sich nicht immer
sicher beantworten. Endgültige Klarheit hierüber kann nur eine Bohrung bringen.
Die Hochdruckstation für seismische Anwendungen
Das Tocherunternehmen BAUER UK, konfiguriert und baut mit Hilfe der
Kompressorenblöcke von BAUER, München, die maßgeschneiderten
dieselgetriebenen Hochdruckanlagen nach ganz speziellen Wünschen der
weltmaktführenden Servicegesellschaften.
Als Abnehmer solcher Anlagen rangieren hier unter anderem bedeutende
Firmen, wie z.B. Schlumberger, Baker Hughes und das französische Unternehmen
Sercel. Diese Firmen, deren Anwendungsprofile sehr weit gefächert sind,
beschäftigen im Durchschnitt weltweit ca. 30.000 bis 70.000 Mitarbeiter.
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| Containerversion mit HD-Kompressorblock K 28.0,Turbo-Diesel Antrieb; Volumenstrom 3,5 m³/min, 250 bar |
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| Containerversion mit Schrauben-/Boosterkombination, Turbo-Diesel-Antrieb;Volumenstrom 7 m³/min, 250 bar |
Das Lieferspektrum auf diesem Sektor umfasst Anlagen, deren Liefermengen sich
zwischen 1,47 m3/min und 3,5 m3 /min freie Luft, bewegen. Die Betriebsüberdrücke
sind auf max. 350 bar eingestellt.
Für noch höhere Verbrauchsanforderungen bietet BAUER UK ein neu konfiguriertes
Anlagenkonzept mit einer Lieferleistung von max. 7 m³/min freier Luft.
Diese neue und robuste Version wurde bereits zum Testen von Erdölleitungen
entwickelt und befindet sich in der Zwischenzeit erfolgreich im Einsatz.
Die höhere Förderleistung basiert auf einer Schrauben-/Kolben-Kompressorversion.
Als Vorstufe bis 12 bar fungiert ein einstufiger Schraubenkompressor von BAUER
ROTORCOMP. Den Enddruck von 250 bar übernimmt ein neu entwickelter und
erprobter 3-stufiger, luftgekühlter Booster, Modell BK 24. Die Zwischen- und
Nachkühler sind wassergekühlt und haben einen geschlossenen Kühlkreislauf. Der
Antrieb des Ventilators für den Wasserkühler und die Umwälzpumpe erfolgt
hydraulisch über einen Hydraulikmotor. Mechanisch angetrieben wird das System mit
einem leistungsstarken Deutz Turbodiesel.
Die Anlagen fördern die erzeugte Hochdruckluft in Speicherbatterien ( 350 bar),
deren geometrischer Gesamtinhalt zwischen 150 und 600 l, je nach Kompressorlieferleistung,
variieren kann. Die daraus entnommene Hochdruckluft gelangt in eine
Druckreduzierstation mit Domdruckminderer in dualer Ausführung. Der hohe
Luftdurchsatz des Druckminderers (eingestellt auf ca. 137 bar) verteilt sich dann auf
4 gleiche Luftausgänge. Diese sind über flexibele Leitungen mit den Luftpulsern
(Airguns) am Heck des Messschiffes verbunden.
Um das Einfrieren der Luftpulser zu verhindern, können auf Wunsch Ausführungen
mit Regenerationstrocknern geliefert werden, die die geförderte HD-Luft auf einen
Drucktaupunkt von -20 °C trocknen.
Die Kompressoren mit niedrigem Volumenstrom werden angetrieben durch erprobte
Dieselmotoren der Marke Caterpillar-Perkins. Alle Anlagen werden von einer
modernen, frei programmierbaren Steuer-und Kontrolleinheit vollautomatisch einund
ausgeschaltet, überwacht und alle Fehler an Kompressor und Dieselmotor auf
einem Display angezeigt. Wenn keine Druckluft aus dem System entnommen wird,
sorgt eine pneumatische Entlastungseinrichtung hinter der 4. Stufe des Verdichters
dafür, dass die Druckluft über einen Schalldämpfer ins Freie gelangt und der
Kompressor mit konstanter Drehzahl weiterläuft. Erst bei erneuter Druckanforderung schließen sich die Entlastungsventile und die Anlage geht wieder auf ihre
ursprüngliche Förderleistung.
Die Anlagen können als Einbaueinheit in einer robusten und verlastbaren
Stahlrahmenkonstruktion geliefert werden oder als Containerausführung für den
Offshore Einsatz, mit allen dafür notwendigen Hilfseinrichtungen.
Alle Anlagen sind nach höchsten Standards gefertigt und werden für die Seeseismik
von Det Norske Veritas zertifiziert.
Fazit
Aufgrund der ausgefeilten Technik im Kompressorenbau und der langjährigen
Erfahrung auf dem Sonderanlagenbau kann die BAUER -Gruppe, als kompetenter
Zulieferer an die führenden Erdölservicegesellschaften, ihren marktbeherrschenden
Spitzenplatz in ihrer Leistungsklasse nach wie vor weltweit Bestens behaupten und
weiter ausbauen.
Autor:
Dipl.-Ing. (FH) Ludwig Kühlwein
Projektingenieur,
Industriebereich
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